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Medien

Journalisten sind in sehr unterschiedlichen Bereichen der Medien tätig. Jedes Medium stellt dabei ganz eigene Anforderungen an den Journalisten und ein Journalist wird sich in der Praxis für einen Bereich entscheiden müssen. Ein später Wechsel zwischen den Medien fällt nur selten leicht.

Zeitungen
Tages- und Wochenzeitungen gehören zu den klassischen Medien. Sie konzentrieren sich auf geschriebene Artikel. Die Redakteure arbeiten zumeist in Redaktionen vor Ort zusammen, sind aber in klar abgegrenzte Ressorts aufgeteilt. Eine Aufgabenteilung lässt mitunter wenig Raum für Teamarbeit. Der Druck, rechtzeitig bis zum Andruck eigene Seite mit interessanten Inhalten gefüllt zu haben, führt zu Arbeitszeiten bis in den Abend hinein.

Zeitschriften
Die Arbeit in den Redaktionen der Zeitschriften ähnelt noch stärker den Arbeitsweisen der Schülerzeitungen. Hier gibt es noch stärkeres Teamwork und etwas mehr Zeit, die Inhalte zusammen zu suchen. Dennoch wird auch hier immer unter Zeitdruck gearbeitet. Vor allem der Druck, von Heft zu Heft wieder spannende Inhalte auszugraben, ist stärker als in den Zeitungsredaktionen. Auch die Zusammenarbeit zwischen Redaktion und Layout wird bei Zeitschriften wichtiger, da die Seiten optisch ansprechender aufgebaut werden müssen.

Radio
Auch für das Radio müssen Redakteure Texte schreiben – teils nach ganz eigenen Regeln. Die Texte, die später über den Sender vorgelesen werden, müssen sauber recherchiert und auf die wichtigsten Informationen beschränkt werden. Was später ganz leicht klingt, ist oft ein gutes Stück Arbeit der Redaktion. Hier steht eine Teamarbeit im Vordergrund, die nach außer oft nicht sichtbar wird. Ein Sprecher wird von Kollegen unterstützt, die die Vorarbeit für eine Sendung leisten, selbst aber kaum in Erscheinung treten. Das Sprechen von Nachrichten und das Interview auf der Straße sind nur teil der Aufgaben, die auch ein gute Verständnis für Technik des Rundfunks und die digitale Bearbeitung von Aufnahmen voraussetzt.

Fernsehen
Ähnlich wie im Radio lässt sich auch die Arbeit für das Fernsehen beschreiben. Hier sind die Teams aber noch größer und die Zusammenarbeit mit den Kollegen muss reibungslos funktionieren. Schnelles und sicheres Arbeiten werden vorausgesetzt. Texte müssen schnell verfasst und sicher vorgetragen werden. Redakteure müssen mit Kameraleuten, Tontechnikern, Cuttern* und Regisseuren Hand in Hand arbeiten. Das setzt auch voraus, das Handwerk des anderen zu verstehen und ggf. für ihn einspringen zu können.

In großen Nachrichtenredaktionen sind viel mehr Mitarbeiter mit dem Vorbereiten einer Sendung beschäftigt, als später auf dem Bildschirm sichtbar werden. Selbstdarsteller sind selten willkommen.

Korrespondenten in fernen Städten sind inzwischen immer häufiger als Freie Mitarbeiter tätig. Sie berichten oft nur in Kurzform an die Redaktion in der Heimat, teils auch nur mit Hintergrundinformationen, die von den Redaktionen weiter verarbeitet werden. Nur wenigen gelingt es, Bekanntheit zu erlangen – zumeist nur in Zusammenhang mit tragischen Ereignissen wie Kriegen.

Internet
Die Arbeit für Internet-Redaktionen gehört zu den neuesten Arbeitsfeldern für Journalisten. Die ist eine Kombination aus der klassischen, textgebundenen Zeitungsarbeit und der schnellen Berichterstattung elektronsicher Medien wie Radio und TV. Das Internet kennt keinen Redaktionsschluss. Nachrichten können rund um die Uhr erstellt und aktualisiert werden. Es gibt keine Sendetermine, zu denen etwas fertig wird – der Leser erwartet jederzeit die aktuellen Nachrichten lesen zu können.

Multimediale Aspekte wie Ton- und Videodokumente werden auch im Internet immer wichtiger, so dass sich dieser Bereich der journalistischen Arbeit noch wandelt und sich Anforderungen regelmäßig ändern.

Bildjournalismus
Bildjournalisten, vor allem Fotografen, sind mit ihren Kameras immer auch der Suche nach guten Aufnahmen. Ihr Arbeitstag ist von einem ständigen Wechsel zwischen ruhigen Zeiten wie Wartezeiten und Autofahren auf der einen Seite und hektischen Momenten für die beste Aufnahme und den Wettlauf mit den Kollegen anderer Redaktionen geprägt. Fotografen arbeiten zumeist auf eigene Rechnung und so unter besonderem Erfolgsdruck. Sie müssen dabei nicht nur auf den richtigen Moment für ihren Aufnahmen warten, sondern diese Bilder auch schnell digital überarbeiten und weitergeben können. Auch das sichere Texten von Bildbeschreibungen und die Verwaltung eines gutes Archivsystems gehört zu ihren täglichen Aufgaben.

Agenturjournalismus
Nicht nur in den Verlagshäusern und Rundfunksenden sind Journalisten angestellt. Vor allem Nachrichtenagenturen beschäftigen Journalisten aus unterschiedlichen Bereichen. So bietet die Deutsche Presseagentur dpa nachrichtliches Material für Zeitungen, für das Radio, Fernsehen und das Internet an. Sie beschäftigt Texter und Fotografen, Kameraleute und Tontechniker.

Die Arbeit in den Agenturen ist vom Konkurrenzdruck beherrscht. Die eigene Agentur muss immer schneller und besser sein als die Mitbewerber. Texte werden regelmäßig überarbeitet, aktualisiert und mehrfach an die Kunden beschickt. Eine erste Textfassung muss oft schon Minuten nach einem Ereignis weitergegeben werden. Längere Fassungen mit Hintergründen folgen dann im Anschluss. Auch die Arbeit mit Archiven wird hier wichtig, um Zusammenhänge aufzuzeigen und Artikelserien an die Kunden, also an andere Medien weiterzugeben, die ebenfalls unter Zeitdruck stehen.

Öffentlichkeitsarbeit
Im Alltag den klassischen Nachrichtenjournalisten gegenüber stehen oft die Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit von Firmen und öffentlichen Stellen. Auch sie sind heute fast alle ausgebildete und fest angestellte Journalisten. Sie bereiten für Ihre Kollegen Nachrichten vor, fassen Entwicklungen im eigenen Haus zusammen und geben diese Informationen nach außen weiter. Ihr Ziel ist es dabei nicht selten, das eigene Haus im besten Licht darzustellen oder Anschldigungen zu wiederlegen. Aber auch die Darstellung neuer Erfindungen oder besonderer Leistungen gehört zu ihren Aufgaben. Dabei bereiten sie ihre Materialen für Zeitungen und Zeitschriften ebenso vor wie für Radio, Fernsehen und Internet.

Interne Kommunikation
Nach außen kaum wahrgenommen wird die Arbeit von Journalisten, die nur innerhalb großer Unternehmen tätig sind. Ihre Aufgabe ist es, allen Mitarbeitern einen Eindruck in die Arbeit der eigenen Firma zu geben. Sie erstellen Mitarbeiterzeitungen, interviewen Vorstandsvorsitzende und Sacharbeiter, präsentieren die aktuellen Unternehmenszahlen, stellen neue Mitarbeiter vor und betreuen den Intranet*-Auftritt. Sie sind die „Schülerzeitungsmacher“ der großen Konzerne.

* Cutter sind beim Fernsehen dafür zuständig, die einzelnen Szenen eines Beitrags aneinander zu schneiden und sekundengenau auf die richtige Sendelänge zu bringen.
* Intranet ist die Bezeichnung für Webseiten, die aber nur innerhalb eines Unternehmens abgerufen werden können.


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