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TippsAnhang ╗ Pressekodex

Pressekodex

Vom Deutschen Presserat in Zusammenarbeit mit den Presseverb├Ąnden beschlossen und Bundespr├Ąsident Gustav W. Heinemann am 12. Dezember 1973 in Bonn ├╝berreicht. 1
In der Fassung vom 02.03.2006.

Ziffer 1
Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenw├╝rde und die wahrhaftige Unterrichtung der ├ľffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.

Ziffer 2
Zur Ver├Âffentlichung bestimmte Nachrichten und Informationen in Wort und Bild sind mit der nach den Umst├Ąnden gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu pr├╝fen. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, ├ťberschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verf├Ąlscht werden. Dokumente m├╝ssen sinngetreu wiedergegeben werden. Unbest├Ątigte Meldungen, Ger├╝chte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.
Symbolfotos m├╝ssen als solche kenntlich sein oder erkennbar gemacht werden.

Ziffer 3
Ver├Âffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachtr├Ąglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverz├╝glich von sich aus in angemessener Weise richtigzustellen.

Ziffer 4
Bei der Beschaffung von personenbezogenen Daten, Nachrichten, Informationen und Bildern d├╝rfen keine unlauteren Methoden angewandt werden.

Ziffer 5
Die vereinbarte Vertraulichkeit ist grunds├Ątzlich zu wahren.

Ziffer 6
Jede in der Presse t├Ątige Person wahrt das Ansehen und die Glaubw├╝rdigkeit der Medien sowie das Berufsgeheimnis, macht vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und gibt Informanten ohne deren ausdr├╝ckliche Zustimmung nicht preis.

Ziffer 7
Die Verantwortung der Presse gegen├╝ber der ├ľffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Ver├Âffentlichungen nicht durch private oder gesch├Ąftliche Interessen Dritter oder durch pers├Ânliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Ver├Âffentlichungen zu werblichen Zwecken.

Ziffer 8
Die Presse achtet das Privatleben und die Intimsph├Ąre des Menschen. Ber├╝hrt jedoch das private Verhalten ├Âffentliche Interessen, so kann es im Einzelfall in der Presse er├Ârtert werden. Dabei ist zu pr├╝fen, ob durch eine Ver├Âffentlichung Pers├Ânlichkeitsrechte Unbeteiligter verletzt werden.
Die Presse achtet das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und gew├Ąhrleistet den redaktionellen Datenschutz.

Ziffer 9
Es widerspricht journalistischem Anstand, unbegr├╝ndete Behauptungen und Beschuldigungen, insbesondere ehrverletzender Natur, zu ver├Âffentlichen.

Ziffer 10
Ver├Âffentlichungen in Wort und Bild, die das sittliche oder religi├Âse Empfinden einer Personengruppe nach Form und Inhalt wesentlich verletzen k├Ânnen, sind mit der Verantwortung der Presse nicht zu vereinbaren.

Ziffer 11
Die Presse verzichtet auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalit├Ąt. Der Schutz der Jugend ist in der Berichterstattung zu ber├╝cksichtigen.

Ziffer 12
Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugeh├Ârigkeit zu einer rassischen, ethnischen, religi├Âsen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.

Ziffer 13
Die Berichterstattung ├╝ber Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige f├Ârmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Die Presse vermeidet deshalb vor Beginn und w├Ąhrend der Dauer eines solchen Verfahrens in Darstellung und ├ťberschrift jede pr├Ąjudizierende Stellungnahme. Ein Verd├Ąchtiger darf vor einem gerichtlichen Urteil nicht als Schuldiger hingestellt werden. ├ťber Entscheidungen von Gerichten soll nicht ohne schwerwiegende Rechtfertigungsgr├╝nde vor deren Bekanntgabe berichtet werden.

Ziffer 14
Bei Berichten ├╝ber medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegr├╝ndete Bef├╝rchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken k├Ânnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem fr├╝hen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.

Ziffer 15
Die Annahme und Gew├Ąhrung von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein k├Ânnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeintr├Ąchtigen, sind mit dem Ansehen, der Unabh├Ąngigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich f├╝r die Verbreitung oder Unterdr├╝ckung von Nachrichten bestechen l├Ąsst, handelt unehrenhaft und berufswidrig.

Ziffer 16
Es entspricht fairer Berichterstattung, vom Deutschen Presserat ├Âffentlich ausgesprochene R├╝gen abzudrucken, insbesondere in den betroffenen Publikationsorganen.

* Quelle: www.presserat.de


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