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Quellen

Neben dem Gespräch mit unterschiedlichen Beteiligten muss der Journalist natürlich auch andere Quellen nutzen. Das Grundgesetz sagt ihm hier schon zu, sich aus allen frei zugänglichen Quellen informieren zu dürfen. Zu diesen gehören natürlich auch andere Medien wie Tageszeitungen, Fernsehen, Radio, Sachbücher, Lexika und das Internet.

Wichtig wird es für den Journalisten dabei, einzuschätzen, wie zuverlässig diese Quellen sind. Hat der Kollege der Tageszeitung bei seinem Bericht an alles gedacht oder vielleicht auch etwas übersehen? Ist ein Sachbuch wirklich neutral geschrieben oder vertritt es nur eine Meinung unter vielen?

Vor allem bei Informationen aus dem Internet ist eine genaue Betrachtung wichtig. Wer ist hier der Verfasser und warum hat er den Text frei zugänglich gemacht? Kann seinen Aussagen wirklich vertraut werden? Diese Einschätzung bleibt dem Journalisten überlassen. Deshalb muss er sich aber immer wieder vor Augen führen, dass alle Informationen von Menschen stammen, die alle auch Fehler machen können. Vor einer Falschinformation ist nur sicher, wer mehrere Quellen miteinander vergleicht.

Um dieses Problem auch dem Leser zu verdeutlichen und sich nicht mit falschen Federn zu schmücken, ist es daher auch üblich, diese Quellen zu nennen. In den journalistischen Darstellungsformen finden sich daher auch immer die W-Frage „Welche Quelle?“. Ihre Angabe sollte sich für den Journalisten von selbst verstehen. Sie ist wichtige Information für den Leser und Selbstschutz für den Journalisten.

Die Aussage „Heinz Müller schreibt in seinem Buch...“ erklärt dem Leser, woher die genutzt Information stammt. Zugleich gibt er Journalist auch nur wieder, was geschrieben wurde. Ist die Aussage von Heinz Müller falsch, hat sich der Journalist diese Aussage nicht zu eigen gemacht und kann dafür auch nicht belangt werden.

Beim Umgang mit allen Quellen gilt, dass diese wie oben gesagt zur Information genutzt werden dürfen. Diese Freiheit schließt aber nicht das Abschreiben ganzer Texte ein. Zunächst informiert sich der Journalist nur im Rahmen seiner Möglichkeiten. Aus diesen Informationen schreibt er seinen eigenen Text. Unter Angabe der Quelle darf er auch kurze Abschnitte zitieren. Kopiert er dagegen ganze Passagen eines fremden Textes und gibt sie als eigene Information aus, verstößt er gegen das Urheberrecht und kann hart bestraft werden.

* siehe auch Kapitel „Rechtliches“


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